Hundeschulen-Radar
Gesundheit

Kastration

Operative Entfernung der Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke) — verändert Hormonhaushalt und Verhalten.

Bei der Kastration werden die Hoden des Rüden bzw. die Eierstöcke (Ovariektomie) oder Eierstöcke + Gebärmutter (Ovariohysterektomie) der Hündin entfernt.

Auswirkungen

  • Keine Fortpflanzung mehr möglich
  • Drastischer Hormonabfall (Testosteron / Östrogen)
  • Verändertes Verhalten möglich (oft, aber nicht garantiert: weniger sexuell motiviertes Verhalten, weniger Konflikte mit anderen Rüden)
  • Veränderte Fellqualität (gerade bei langhaarigen Rassen)
  • Erhöhtes Risiko für Übergewicht
  • Höheres Risiko für Inkontinenz bei Hündinnen

Wichtige Frage: Wann?

Frühe Kastration vor der Geschlechtsreife wird zunehmend kritisch gesehen — Hunde brauchen die Hormone für die körperliche Reifung. Empfehlung heute: frühestens nach abgeschlossenem Wachstum, oft erst nach der ersten Hitze (Hündin) oder mit 18–24 Monaten (Rüden).

Indikationen

  • Tierschutz (wenn Vermehrung nicht gewollt ist)
  • Medizinisch (Tumore, Pyometra, etc.)
  • Verhaltensindikation (selten — meist hilft Training mehr als Kastration)

Hinweis

Kastration löst keine Verhaltensprobleme. Wer einen aggressiven Hund hat, hat nach der Kastration meist immer noch einen aggressiven Hund. Eine fundierte Trainerin sollte vorher konsultiert werden.