Beschwichtigungssignale (Calming Signals)
Körpersprache, mit der Hunde Stress oder Konflikte deeskalieren — Gähnen, Lecken, Wegschauen, Pfötchen heben.
Die norwegische Verhaltensbiologin Turid Rugaas beschrieb in den 1990ern systematisch die Signale, mit denen Hunde Konflikte vermeiden oder Spannungen reduzieren. Diese „Calming Signals" sind heute Standardwissen in seriösen Hundeschulen.
Häufige Signale
- Wegschauen / Kopf abwenden
- Gähnen (außerhalb von Müdigkeit)
- Über die Lefzen lecken
- Pfote heben
- Schnüffeln (auch wenn nichts da ist)
- In Bogen herangehen statt frontal
- Sich langsam bewegen
- Sich klein machen / niederlegen
- Sich kratzen / schütteln außerhalb des Auslösers
Bedeutung
Hunde nutzen diese Signale, um anderen Hunden, Menschen oder Situationen mitzuteilen: „Ich meine es nicht aggressiv, lass uns deeskalieren." Wer sie lesen kann, versteht seinen Hund deutlich besser.
Achtung
Wenn ein Hund viele Beschwichtigungssignale zeigt, ist er gestresst — oft ohne dass es Halter:innen merken. Ständiges Lecken oder Gähnen während Training oder Begegnung ist ein Warnzeichen.