Hundeschulen-Radar
Verhalten & Ethologie

Reaktivität

Der Hund reagiert auf bestimmte Reize stärker als situationsangemessen — Bellen, Hochfahren, Pöbeln.

Reaktivität bedeutet: Der Hund reagiert auf einen Reiz überproportional stark. Klassische Auslöser sind andere Hunde an der Leine, Jogger, Fahrradfahrer, Männer mit Hut, Kinderwagen — was es ist, hängt von der Lerngeschichte ab.

Reaktivität ≠ Aggression

  • Reaktivität = überschießende Reaktion, Stress, Frustration, oft Angst
  • Aggression = gerichtete Angriffsbereitschaft

Viele „aggressive" Hunde sind eigentlich reaktiv — sie können Distanz nicht selbst regulieren (Leine!) und greifen aus Überforderung an.

Ursachen

  • Mangelnde Sozialisierung in der sensiblen Phase
  • Negative Schlüsselerlebnisse
  • Frustration durch Leinenzwang
  • Genetische Disposition

Training

  • Distanzmanagement — unterhalb der Reizschwelle (Threshold) arbeiten
  • Counterconditioning — Reiz mit Positivem koppeln
  • Look-at-That — Reiz wahrnehmen → zur Halter:in schauen → belohnen
  • Frustrationstoleranz aufbauen

Reaktivität gehört zu den schwierigsten Trainingsthemen — eine erfahrene Trainerin ist nahezu unverzichtbar.