Hundeschulen-Radar
Verhalten & Ethologie

Trennungsangst

Der Hund leidet beim Alleinsein — Bellen, Zerstören, Selbstverletzung oder Lösen in der Wohnung.

Trennungsangst ist eine ernste Verhaltensstörung. Sie geht weit über „Mein Hund mag nicht allein bleiben" hinaus — der Hund panik-isiert, sobald die Bezugsperson geht, und kommt nicht mehr zur Ruhe.

Symptome

  • Anhaltendes Bellen, Heulen, Winseln (Stunden!)
  • Zerkauen von Möbeln, Türen, Wänden
  • Urin / Kot in der Wohnung
  • Übermäßiges Speicheln, Hecheln
  • Selbstverletzung (Pfoten lecken, Schwanz beißen)
  • Erschöpfung beim Heimkommen — Hund ist nicht „freudig", sondern völlig fertig

Abgrenzung zu Langeweile

Ein gelangweilter Hund knabbert vielleicht an einem Schuh — ein Hund mit Trennungsangst zerstört Türrahmen mit blutigen Pfoten. Der Unterschied ist erheblich.

Behandlung

  • Tierärztliche Abklärung (Schmerz, hormonelle Ursachen ausschließen)
  • Aufbau in winzigen Schritten — siehe Allein-zu-Hause-Training
  • Nicht alleine lassen, bis Training greift — sonst verschlimmert sich das Problem
  • Bei schweren Fällen: spezialisierte Verhaltenstherapeutin, ggf. medikamentöse Begleitung

Geduld

Trennungsangst-Therapie dauert Monate, nicht Wochen. Schnelle Erfolge sind selten.